Die Wahrheit zu „Fakenews“: Was jetzt kommt, wird alle überraschen!

Jeder hat schon einmal Überschriften wie die obenstehende gelesen. Man nennt sie „Clickbaits“ oder auf Deutsch: Klickköder. Sie sollen dazu animieren einen Link anzuklicken und der Plattform, die den Text geteilt hat, Werbeeinnahmen durch höhere Leserzahlen generieren. Der Köder ist dabei meist so stumpf wie möglich, angebissen wird trotzdem sehr häufig. In einer schnelllebigen Welt, gilt es darum, um jeden Preis aufzufallen um die begehrte Aufmerksamkeit der User zu erhalten. Dabei werfen manche Medien nicht nur alle journalistischen Grundsätze, sondern auch den guten Geschmack über Bord.

Eine kranke Überschrift

Die Programmzeitschrift „TV Movie“ hat das 2015 eindrucksvoll unter Beweis gestellt, als sie Fotos von vier bekannten Moderatoren mit der plakativen Überschrift: „Einer dieser TV Moderatoren muss sich wegen einer KREBSERKRANKUNG zurückziehen“ auf ihrer Facebook Seite veröffentlicht hat. Darunter waren Stefan Raab, Günther Jauch, Joko Winterscheidt und der tatsächlich betroffene Roger Willemsen, der tragischerweise Anfang 2016 an eben jener Krebserkrankung verstorben ist. Das Ziel dieses Beitrags war es ganz offensichtlich, Nutzer dazu zu bewegen, den Artikel anzuklicken, damit sie erfahren, wer denn nun an Krebs erkrankt sei. Man kann sich dabei fast den Social-Media Verantwortlichen der „TV Movie“ vorstellen, wie er in seinem Kämmerlein hockt und darüber nachdenkt, wie er aus der schweren Krankheit eines Menschen Klickkapital schlagen kann.

Masturbieren erhöht Klickzahlen

Wir Journalisten sind im Zeitalter der Digitalisierung in einer Zwickmühle. Einerseits möchten wir selbstverständlich, dass so viele Leute wie möglich unsere Texte, Reportagen und Artikel lesen. Im Schweiße unseres Angesichts haben wir schließlich wochenlang recherchiert, sind von Termin zu Termin gefahren und haben unsere Chefredakteurin in stundenlangen Gesprächen davon überzeugt, dass „diese Story wirklich brandheiß ist“.

Andererseits müssen wir im Nachhinein oft erkennen, dass unser Beitrag weit weniger Aufmerksamkeit erhält, als wir uns das erhofft hätten. Ein Aspekt, den die Digitalisierung mit sich gebracht hat. Klickzahlen offenbaren die schonungslose Wahrheit, ob ein Beitrag häufig gelesen oder größtenteils ignoriert wurde.

Ein Branchenkollege, der früher einmal für die Plattform oe24.at tätig war, hat mir in einem Gespräch verraten, dass manche Artikel auf der Website Klickzahlen im sechsstelligen Bereich haben. Wöchentlich haut der Online-Ableger der Tageszeitung „Österreich“ dabei Schlagzeilen raus, die so klingen: „Heilpraktikerin warnt: Geimpfte Kinder fangen an zu masturbieren“. Ganz abgesehen davon, wie viel Schaden eine so eklatant falsche Schlagzeile bei ohnehin schon verunsicherten Müttern und Vätern anrichten kann, verstößt sie auch gegen jeden moralischen Grundsatz, den man als Journalist haben muss.

Der Weg zum smarten Journalismus

Im Ehrenkodex für die österreichische Presse heißt es unter 2.1: „Gewissenhaftigkeit und Korrektheit in Recherche und Wiedergabe von Nachrichten und Kommentaren sind oberste Verpflichtung von Journalisten“. Jetzt möchte ich den Kolleginnen und Kollegen von oe24.at keinesfalls unterstellen, dass sie den journalistischen Ehrenkodex nur dafür verwenden, ein schiefes Tischbein im Sitzungsraum wieder gerade zu rücken. Ein intensives Studium der Lektüre ist dem Team allerdings auch nicht vorzuwerfen. Aber genau hier muss man ansetzen, wenn man von „smartem Journalismus“ sprechen will. Die wenigsten Redakteure würden von sich aus auf die Idee kommen, ihre journalistische Kredibilität durch das das Veröffentlichen von „Fakenews“ aufs Spiel zu setzen. Dahinter stehen Chefredakteure, Eigentümer und Aktionäre, die gefälligst Klickzahlen sehen wollen. Die Stimmung in den Redaktionen ist vielerorts gereizt, die Abonnementzahlen sinken teilweise seit Jahren und viele Medienjobs hängen nur noch an einem seidenen Faden. Das Auswerfen der Klickköder ist dann ein Mittel zum Zweck, um einer ungewollten aber nicht mehr aufzuhaltenden Entwicklung entgegenzuwirken. Und so schlimm kann es doch nicht sein, die Unwahrheit zum Faktum zu erheben? Die Konkurrenz macht es doch schließlich auch und jeder ist sich selbst am nächsten, oder so.

Der Präsident und die Wahrheit

In welche Richtung es aber gehen kann, wenn wir Meinungsmacher unsere eigene Glaubwürdigkeit für Klicks aufs Spiel setzen, sieht man international gerade in den Vereinigten Staaten von Amerika. Präsident Donald Trump unterstellt den Medien nur zu gerne, sie würden wissentlich „Alternative Facts“, also alternative Fakten verbreiten. Nur um gleich darauf seine ganz eigene Version der Wahrheit zum Besten zu geben. Knapp 63 Millionen Wählerstimmen und den Sitz im „Oval Office“ für die nächsten vier Jahre, hat er mit so einer durchsichtigen Kampagne bekommen. Der milliardenschwere Trump ist auch deshalb so erfolgreich, weil er es versteht, die Menschen misstrauisch zu machen. Misstrauisch gegenüber den politischen Mitbewerbern, aber auch misstrauisch gegenüber der medialen Berichterstattung. Wann immer er die Möglichkeit dazu hat, stellt er die Echtheit von seriösen Nachrichtenhäusern in Frage. Bisher hat das liberale Amerika keine Antwort gefunden, wie es dem Immobilientycoon vehementer entgegentreten kann.

Holen wir uns das Vertrauen zurück

Wenn wir Nachrichtenmacher unsere Quellen nicht ausreichend recherchieren, oder einfach schnell von anderen Abkupfern, nur um dem Mantra unserer Social-Media Manager von „Mobile First“ und „Online First“ gerecht zu werden, dann riskieren wir das Schlimmste für einen Journalisten: Nämlich für immer und ewig die Glaubwürdigkeit gegenüber unseren Lesern zu verlieren. Natürlich ist es wichtig schnell online zu gehen und dabei auch eine breite Leserschaft zu erreichen, aber trotzdem sollten wir uns die notwendige Zeit nehmen, um Fakten gegen zu checken und weitere Auskünfte einzuholen. Wir haben uns der Verbreitung und Veröffentlichung von richtigen Informationen verschrieben. Diesen wichtigen Grundsatz dürfen wir niemals außer Acht lassen, wenn wir uns jeden Tag an unsere Arbeit machen. Wir haben das Vertrauen unserer Leser nicht über Nacht verloren und werden es auch nicht über Nacht wieder zurückgewinnen. Aber wenn wir wieder damit aufhören, Leser mit erfundenen Schlagzeilen, abstrusen Geschichten und falschen Zitierungen zu ködern, können wir es schaffen, diesen Beruf wieder so ehrenwert zu machen, wie er vor dem Zeitalter der Digitalisierung war.

Dabei ist es völlig egal ob das Medium „NÖN“, „Bezirksblätter“, „Tips“ oder „Washington Post“ heißt. Wahrheitstreue und Integrität sind zwei Säulen, die weit über die Grenzen Niederösterreichs hinaus eine allgemeine Gültigkeit haben.

Die Afd bekommt Aufwind durch Empörialismus

 

Die Alternative für Deutschland (AfD) möchte also ihren Parteitag im Maritim Hotel in Köln abhalten. So weit so gut. Dass die Partei fragwürdige, ja teilweise grenzwertige Positionen vertritt, ist hinlänglich bekannt. Von Funktionären werden Aussagen getätigt die Fremdenhass, Ausgrenzung und Intoleranz Tür und Tor öffnen. Doch eine Tür möchte die AfD bestimmt nicht aufmachen. Viel eher möchte sie eine Mauer um Deutschland bauen, wie das große Vorbild mit den kleinen Händen aus den USA.

Untragbarer Landeschef

Erst kürzlich wurde der Thüringer Landeschef der AfD, Björn Höcke, untragbar, weil er mit der ohnehin viel zu spät begonnenen Aufarbeitung des Holocausts in Deutschland brechen möchte. Man kann also sagen, dass es für jeden demokratisch denkenden Menschen mit nur einem Funken Nächstenliebe unmöglich sein sollte, diesen Ausgrenzern und Hasspredigern seine Stimme zu geben. Trotzdem liegt die AfD laut der letzten Sonntagsfrage derzeit bei zwölf Prozent und wäre somit die drittstärkste Partei nach den kommenden Bundestagswahlen.

Verbot ist ganze Galaxien entfernt

Die Alternative für Deutschland ist eine seit 2013 zugelassene politische Partei in Deutschland. Wer das erneut gescheiterte Verbotsverfahren gegen die NPD beobachtet hat, kann sich vorstellen, dass man von einem Verbot der AfD nicht nur Lichtjahre, sondern ganze Galaxien entfernt ist.

Wäre es also möglich, dass diejenigen, die sich (natürlich zurecht) lautstark gegen diese Hasspartei stark machen, dabei große Fehler machen?

Ja, die AfD möchte einen Parteitag veranstalten und ja, dieser Parteitag soll im Maritim Hotel in Köln stattfinden. Aber nein, es ist keine gute Idee, die Verantwortlichen des Hotels durch einen „Shitstorm“ dazu zu zwingen, die Partei vor die Tür zu setzen. Es ist auch keine gute Idee, den Mitarbeitern des Hotels Gewalt anzudrohen oder diese darauf anzusprechen, dass „der ganze Bau brennen“ würde, falls man die Veranstaltung nicht absage. Natürlich handelt es sich hier um einzelne Meinungsäußerungen, allerdings von Menschen, die sich dabei um nichts besser benehmen als der eigentliche politische Gegner.

Wohlfühloase Opferrolle

Lasst diese Rassisten ihren Parteitag doch im Maritim Hotel abhalten. Wer deshalb keine Geschäftsbeziehung zum Maritim Hotel mehr unterhalten möchte, soll dort einfach nicht mehr nächtigen. Es macht keinen Sinn, eine Mauer um jedes Hotel zu bauen, in dem die AfD zukünftig residieren möchte. Damit drängt man die Alternative in eine Opferrolle und wir sollten mittlerweile längst wissen, dass sich Populisten in dieser Rolle am wohlsten fühlen. „Wir sind die armen Kämpfer für den kleinen Mann und die linken Eliten in diesem Land möchten uns den Weg versperren“, könnte ein Statement lauten, falls das Maritim Hotel doch noch klein bei geben sollte.

In den Zeiten von Shitstorm und Cholera

Wir leben in einer Demokratie und eine Demokratie muss es aushalten, wenn bestimmte Gruppen eine andere politische Meinung vertreten. Auch wenn diese Meinung rassistisch und menschenverachtend ist. Noch dazu, wenn anscheinend zwölf Prozent der Wahlberechtigten dazu bereit sind, die AfD zu wählen. Doch in der Zeit von Social Media und Empörialismus, ist der nächste Shitstorm nur einen Mausklick entfernt.

Niemand der bei klarem Verstand ist und eine halbwegs kultivierte politische Meinung vertritt, möchte eine starke Alternative für Deutschland. Trotzdem wird es keinem außer der AfD nützen, wenn wir sie auf die Straße setzen.

Auf die richtigen Ausgrenzer warten

Überlassen wir die Ausgrenzung doch denjenigen, die wissen, wie man es richtig macht. Nach den Wahlen wird keine einzige Partei, die einen Regierungsauftrag bekommt, dazu bereit sein, die Alternative für Deutschland in eine Koalition mitzunehmen. Eine Mauer zu bauen, ob nun politisch oder aus Mörtel und Stein, hat noch nie zu einem friedlichen Miteinander geführt. Gerade in Deutschland, sollte man zumindest das aus der Geschichte gelernt haben.

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/afd-bundesparteitag-in-koeln-schwere-proteste-gegen-koelner-maritim-hotel-a-1134401.html

Fotocredit: TripAdvisor

Bewertung Wellnesshotel Aurora Mali Lošinj

Einleitung & Highlights

Wir sind ein junges, noch kinderloses Paar aus Österreich und wir verbrachten im August 2016 unseren Sommerurlaub im Wellnesshotel Aurora. Der Grund für unseren Aufenthalt waren hauptsächlich die sehr guten Erfahrungen, die wir bei unseren drei bisherigen Kroatien Urlauben machten. Wir schätzen die kroatische Küche, die Gastfreundschaft, die weitläufigen Fels- und Kiesstrände und natürlich das türkisblaue, kroatische Meer.

Die Wahl fiel deshalb auf Mali Losinj, weil wir bereits den größeren Teil von Istrien kennen und schätzen lernen durften und weil Freunde uns vom der traumhaft schönen Insel Losinj und ihren vielen Annehmlichkeiten erzählten. Nach längerem Durchstöbern der verschiedenen Hotelangebote in Mali Losinj haben wir uns für das Wellnesshotel Aurora entschieden, weil es für uns das vernünftigste Preis-/Leistungsverhältnis darstellte und weil wir die Bilder und Bewertungen im Internet ansprechend fanden.

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Aufnahme von der Autofähre in Richtung Insel Losinj

Ich kann, bevor ich bei meiner umfangreichen Bewertung mehr ins Detail gehe, schon einmal vorweg nehmen, dass wir den Urlaub im Wellnesshotel Aurora keinesfalls als Enttäuschung, sondern ganz im Gegenteil, als einen wunderschönen Urlaub in Erinnerung behalten werden. Dabei war unser Highlight neben dem reichhaltigen und leckeren Speisenangebot beim Frühstück und Abendessen, mit weitem Abstand, das malerischste und blaueste Meer, welches wir jemals im Urlaub vorfanden.

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Türkisblaues Meer in Mali Lošinj

Das Hotel verfügt über einen Meerzugang, der direkt am Ende einer kleinen Bucht liegt, auf der einen Seite steht das Hotel Aurora und das Family Hotel Vespera und auf der anderen Seite der Bucht liegt ein unberührtes Waldstück, vor dem ein asphaltierter Weg, auf einer ca. 10 Kilometer langen Strecke, bis in die Stadt Mali Losinj führt. Diesen Weg nutzte ich während des Urlaubs als meine Laufstrecke, denn er führt neben einigen Campingplätzen auch an fast allen anderen Hotels von Mali Losinj vorbei und das ohne jeglichen Verkehr, wenn man von den vielen Wanderern, Radfahrern und anderen Läufern einmal absieht. Eine so schöne Laufstrecke hatte ich bisher noch in keinem Urlaub und das ist mit ein Grund, warum auch dieser Weg zu einem meiner Urlaubshighlights gehört.

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Außenansicht Hotel, Fotocredit: losinj-hotels.com

Zimmer

Unser Standard Doppelzimmer gefiel uns sehr gut, es war zu jedem Zeitpunkt sehr rein und das ausreichend große Badezimmer war hygienisch und wurde jeden Tag blitzblank geputzt. Generell bekamen wir vom kompetenten Reinigungspersonal während unseres Aufenthalts so gut wie nichts mit, außer dass uns die Damen immer freundlich grüßten, wenn wir sie am Gang trafen. Wir waren im Halbstock untergebracht und leider gab es neben uns Gäste, die noch nach Mitternacht laut auf dem Balkon miteinander redeten und jede Nacht machten Gäste über uns sehr viel Lärm. Dabei dürfte es sich entweder um Kinder oder sehr rücksichtslose Erwachsene gehandelt haben. Dass schmälert allerdings unsere Bewertung des Zimmers keineswegs und wir haben dann auch davon abgesehen, uns beim Personal über die leichte Lärmbelästigung zu beschweren. Die Matratzen waren sehr bequem, die Laken immer sauber, einzig das TV Gerät im Zimmer, das über viele deutschsprachige Kanäle verfügt hat, könnte etwas größer ausfallen.

Service

Wir kamen am Sonntag bereits gegen 09:30 Uhr vormittags im Hotel an, da wir bezüglich der längeren Autofahrt Bedenken hatten und keinesfalls im Stau stehen wollten. Weil wir allerdings wussten, dass der Check-In vor Ort erst ab 14:00 Uhr möglich ist, waren wir nicht enttäuscht darüber, als unsere Frage ob wir bereits am Vormittag einchecken könnten, von der etwas überarbeitet aussehenden Dame an der Rezeption verneint wurde.

Wir versuchten es dann nach dem Mittagessen noch einmal mit dem Einchecken und der sehr freundliche und kompetent wirkende junge Mann am Schalter meinte, er würde sich gleich darum kümmern, ob wir das Zimmer nicht schon etwas früher haben könnten. Das Zimmer war dann, wie ursprünglich bestellt, genau um 14:00 Uhr fertig und das in einem so großen Hotel während der Hauptsaison nicht alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, damit zwei müde österreichische Touristen schon vorzeitig in ihr Zimmer kommen, war für uns absolut verständlich.

Die Fragen, die wir der Rezeption oder dem Concierge stellten, wurden alle zu unserer Zufriedenheit beantwortet. Insgesamt waren wir mit dem Service sehr zufrieden. Die Kellner im Restaurant waren allesamt sehr fleißig, freundlich und trotz der zahlreichen Gäste beim Abendessen niemals überfordert. Außerdem ist mir der freundliche, ältere Herr am Tennisplatz positiv in Erinnerung geblieben, von dem ich mir jeden Tag einen Basketball ausborgte.

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Reges Treiben auf dem Meer

Lediglich als wir uns einmal ein Fahrrad unten am Strand ausborgen wollten, war der junge Mann der uns bedient hat, nicht sehr freundlich und hat mich einmal kurz etwas angeschnauzt als ich ihn gefragt habe, ob denn auch ausreichend Luft im Vorderreifen wäre. Ob dieser Fahrradverleih allerdings direkt zum Hotel gehört, kann ich nicht mit Sicherheit sagen und vielleicht hatte er auch einfach einen schlechten Tag.

Lage & Umgebung

Wie bereits oben bei meinen Urlaubshighlights beschrieben, liegt das Hotel am Ende einer kleinen, malerischen Bucht. Die Wasserqualität des Meeres ist einzigartig und am gesamten Gelände befinden sich keine veralteten oder vom Einsturz gefährdeten Gebäude, die ein bisschen die schöne Aussicht trüben könnten, wie das in Kroatien ja zumindest sehr vereinzelt der Fall sein kann.

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Bucht aus der Vogelperspektive, Fotocredit: losinj-hotels.com

 

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Meerzugang des Wellnesshotels Aurora

 

Auf meinen ausgiebigen Laufrunden konnte ich feststellen, dass viele andere Hotels, vor allem die namhaften 5 Sterne Hotels in Mali Losinj, über keinen so schönen Meerzugang verfügen, wie das Wellnesshotel Aurora. Beim Hotel Bellevue, in dem unser Aufenthalt für den gleichen Zeitraum etwa das Doppelte gekostet hätte, befindet sich lediglich eine große Betonplatte, über die man den hoteleigenen Meerzugang erreichen kann. Vielleicht ist das für manche Urlauber bequemer, wir bevorzugen jedoch die typischen kroatischen Felsstrände.

Wir haben bis auf die allabendlichen Besuche der Stadt Mali Losinj keine weiteren Ausflüge unternommen, weshalb ich dazu nicht all zu viel sagen kann. Die Stadt ist jedenfalls gut 1,5 Kilometer vom Hotel entfernt und über einen ca. 30 minütigen Fußweg zu erreichen, der zum größten Teil abseits der Straße verläuft. Für Menschen die das nicht gehen wollen oder können, gibt es die Möglichkeit, die Stadt via Bummelzug (Rückfahrt ebenfalls möglich) zu erreichen, der allerdings immer sehr voll ist, aber nur 10 Kuna pro Person kostet.

Meine Freundin geht im Urlaub leidenschaftlich gerne shoppen, ein Hobby, das sie wohl mit vielen anderen Frauen teilt, weshalb ich es hier auch kurz erwähnen möchte. Die Einkaufsmöglichkeiten halten sich in Mali Losinj nämlich sehr in Grenzen, was naturgemäß daran liegt, dass die Stadt auch nicht so groß ist wie vergleichbare Destinationen wie Pula oder Porec. Wer also am abendlichen Shopping interessiert ist, der wird in Mali Losinj vielleicht nicht ganz so glücklich, obwohl es trotzdem eine Vielzahl von kleineren Geschäften, Boutiquen und sogar Weinhändlern gibt. An Restaurants, Bars und Cafés mangelt es in der Altstadt allerdings bei Leibe nicht und wer einen Urlaub ohne Halbpension bucht oder einfach einmal zu Mittag in die Stadt essen gehen möchte, der wird hier bestimmt fündig.

Gastronomie

Bevor ich das ausgezeichnete Speiseangebot beim Frühstück und Abendessen beschreibe, möchte ich kurz klarstellen, dass wir hier von einem sehr großen Ferienhotel mit ca. 400 Zimmern sprechen. Dass es dadurch natürlich zu den Hauptessenszeiten um 09:00 Uhr während des Frühstücks, bzw. um 19:30 Uhr während des Abendessens, eine Vielzahl an hungrigen Gästen gibt, ist daher mehr als verständlich und darf kein Kritikpunkt sein. Wer eine ruhigere, gemütliche Atmosphäre bevorzugt, dem empfehle ich, sich ein kleineres Hotel auszusuchen, wo man dann aber natürlich Abstriche in der Speisen- und Getränkevielfalt hinnehmen muss.

Überhaupt ist es mir ein Anliegen kurz zu erwähnen, dass ich viele Hotelrezensionen absolut nicht verstehen kann, weil manche Touristen einfach alles haben möchten: kleine Preise, viel Luxus, riesige Zimmer, große Auswahl, wenig Wartezeiten, zahlreiche Freizeitmöglichkeiten, kurze Wege, individuelle Betreuung, abwechslungsreiche Animation, eigene Kellner, immer und überall freie Liegen. Ihr macht Ferien für ca. zwischen 600,- und 800,- Euro pro Person mit Halbpension für eine Woche, der Urlaub den sich manche teilweise in den Beschreibungen vorstellen, bleibt allerdings entweder den oberen 10.000 vorbehalten oder existiert in dieser Form einfach nicht, weil man sich keinen 5 Sterne Luxusurlaub für einen kleinen Geldbeutel erwarten darf. Also hört auf euch über Nichtigkeiten zu beschweren und genießt euren Urlaub!

Beginnen wir nun aber beim „gesunden Start in den Tag“. Das Frühstück gehörte für mich zu einem der täglichen Höhepunkte. Die Speisen waren stets frisch und vielfältig, so dass wirklich für jeden etwas dabei war. Natürlich durfte auch das berühmte Show Cooking mit Omelette und Pfannkuchen nicht fehlen. Ich holte mir täglich mein Omelette mit verschiedensten Zutaten: Zwiebel, Schinken, Käse, Champignons und musste mich trotz des großen morgendlichen Andrangs nie für einen längeren Zeitraum dort anstellen. Neben Bacon, gegrilltem Gemüse, Würstchen und Rührei, gab es sogar schon beim Frühstück Chicken Nuggets. Am liebsten esse ich jedoch im Kroatien Urlaub den einmaligen kroatischen Frischkäse, den man allerdings bei uns in Österreich leider nirgends bekommt. Die Auswahl beim Gebäck war sehr groß und so war es jeden Tag möglich, dass ich meine kleinen Brötchen, erhätlich in mindestens 5 verschiedenen Varianten, essen konnte, während meine Freundin eher Schwarz- bzw. Vollkornbrot bevorzugt. Es blieben also keine Wünsche offen und wenn ich einen kleinen Kritikpunkt anbringen müsste, dann wäre der wohl, dass die Schlange bei den 3 Kaffeeautomaten ein kleines bisschen zu lang war und das es sich wohl auszahlen würde, hier noch eine weitere Maschine anzuschaffen.

Das Buffet beim Abendessen war so umfangreich, dass es schlicht und ergreifend nicht zu schaffen ist, sich durch das gesamte Angebot der verschiedenen Vor-, Haupt- und Nachspeisen durchzukosten. Die verschiedenen Salate waren zahlreich, von Oliven, Karottensalat, Mais, Blattsalten, Kraut, bis hin zu Nudel- und Fischsalaten war alles dabei, was den Gaumen höher schlagen lässt.

Die Hauptspeisen waren so vielfältig wie lecker, dass es mir fast schwer fällt, alle zu beschreiben. Täglich gab es mehrere verschiedene Fischspeisen zur Auswahl sowie die verschiedensten Fleischspeisen, angefangen bei den heimischen Cevapcici mit reichlich Ajvar, bis hin zu westlichen Fleischspeisen für diejenigen, die auch im Urlaub ähnlich essen möchten, wie zu Hause. Es gab fast jeden Tag ofenfrische Pizza und täglich verschiedenste Nudelgerichte, sowie Empfehlungen des Küchenchefs und heimische Spezialitäten wie Pilzsaucen oder Pasta mit Paprika, aber auch Gerichte wie Ente à l’Orange und Spanferkel vom Grill.

Mein heimlicher Favorit waren, sehr zum Leidwesen meiner FIgur, allerdings die verschiedenen Desserts, die jeden Tag in einer Fülle angeboten wurden, bei der einem eigentlich nur noch das Wasser im Mund zusammenlaufen konnte. Kuchen, Knödel, Eiscreme, Sorbets, Aufläufe, frisches Obst und diverse Fruchtsalate, Tartes, Mousse,… Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Wer auf Diät ist, dem empfehle ich, einen großen Bogen um den riesigen Dessertbereich zu machen. Aber da man ja ohnehin nur einmal im Jahr Urlaub macht und das traditionell die Zeit zum Genießen ist, habe ich jeden Abend richtig zugelangt und war kein einziges Mal enttäuscht, ob der vielen Leckereien, die bei den Desserts angeboten wurden.

Freizeitangebote

Unsere einzige größere Enttäuschung des Urlaubs erlebten wir im hoteleigenen Wellnessbereich, den wir an einem etwas regnerischeren Tag nutzen wollten, allerdings nicht auf Grund des Personals, der Sauberkeit, Größe oder des dort vorhandenen Angebots, sondern wegen der dort anwesenden Hotelgäste, die nicht dazu in der Lage waren zu verstehen, dass dieser Bereich ab 18 Jahren und textilfrei ist. Wir waren mit ca. 10 anderen Gästen im Wellnessbereich von denen tatsächlich ausnahmslos alle ihre Badebekleidung anbehielten. Als wir in den Whirlpool steigen wollten, saßen da 3 Männer in Badehosen. Jeder kann sich vorstellen, dass meine Freundin sich dadurch unwohl fühlte und wir den Spa Bereich dann auch gleich darauf verlassen haben. Als wir das freundliche Personal darauf ansprachen, meinte die Leiterin, dass sie sich gleich als „Sheriff“ um die aus der Reihe tanzenden Gäste kümmern würde. Zu diesem Zeitpunkt war uns die Lust am Wellnessen allerdings schon vergangen.

Das sonstige Angebot ist sehr vielfältig, es gibt ein Fitnessenter, das wir allerdings nicht benutzten, weil es im Keller des Hotels ist und ich ohnehin lieber draußen in der frischen Natur laufen gehe. Das Wellnesshotel Aurora verfügt über mehrere Tennisplätze, einen Beachvolleyballplatz, eine Minigolfanlage sowie einen Basketballplatz, der gut in Schuss ist und den ich so gut wie täglich benutzte.

Am Strand hat man außerdem die Möglichkeit sich verschiedenen Boote und Jetskis sowie Fahrräder und Motorscooter auszuborgen. Die Preise sind moderat und nicht allzu hoch gegriffen.

Zur Poolanlage kann ich nichts sagen, da wir uns ausschließlich beim Meer aufhielten. Am Meer gibt es neben dem Felsstrand auch einen kleinen Sandstrand, an der Spitze der Bucht, an dem die Liegen allerdings sehr eng beisammen stehen und der schon früh vollständig belegt war.

Da ich in anderen Bewertungen schon von der „kaum zu überwindenden Treppe“, die Meer und Hotel voneinander trennt gelesen habe, möchte ich dazu auch kurz sagen, ja, das Hotel liegt einige Höhenmeter über dem Meer und wenn man langsam geht, ist man in 3 Minuten oben beim Hotel. Ich würde das noch am ehesten unter die Kategorie: minimalste sportliche Betätigung einordnen und wenn es sich bei den Gästen nicht gerade um körperlich beeinträchtige oder altersschwache Menschen handelt, können diese paar Meter wirklich kein Hindernis darstellen.

Unten am Meer gibt es dann 3 Restaurants in unmittelbarer Gehnähe, von denen ich das „Borik“ am meisten empfehlen kann. Obwohl nicht gerade günstig bei den Speisen, lässt es sich dort bei tollem Blick auf das Meer und hohem Komfort, über einen längeren Zeitraum gut aushalten, zumindest, wenn man einen der heiß begehrten Schattenplätze unter einem Sonnenschirm erwischt. Etwas versteckt befindet sich noch ein kleines Gasthaus, bei dem wir einen der besten Burger genießen durften, die wir jemals gegessen haben und das zu einem unschlagbaren Preis von ca. 5 Euro, wenn ich mich hier recht erinnere.

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Ožujsko Bier und Aperol Spritz im Borik Drink & Wien

Eine gelungene Craft Bier Verkostung im Lösshof Großriedenthal

Eine Bierverkostung ist für mich immer ein Grund zur Freude. Wenn diese dann auch noch in geselliger Runde und entspannter Atmosphäre stattfindet, steht einem gelungenen Abend nichts mehr im Weg. Und genauso kam es dann auch, als die Bierliebhaberin Judith Mehofer im Großriedenthaler Lösshof zu einem Craft Bier Tasting einlud. Es wurde allerdings nicht nur probiert, sondern auch fleißig erklärt und über die einzelnen Sorten diskutiert. Da auch einige Winzer der Runde angehörten, waren auch Fragen nach dem Herstellungsverfahren der einzelnen Biere dabei, wie das mit der Unter- und Obergärung funktioniert oder wie die Gerste zum Malzen gebracht wird. Dazu allerdings später mehr.

1) Liefmans Cuvee Brut Kriek

Zu Beginn der Verkostung wurden wir gleich einmal ganz bewusst ins kalte Wasser gestoßen und durften ein Liefmans Cuvee Brut Kriek probieren. Dieses belgische Fruchtbier wird mit Kirschen gebraut und zwar nur einmal im Jahr, während der Kirscherntezeit im Juli. Das Bier schmeckt säuerlich und erfrischend, ein prickelndes Trinkvergnügen. Mit dem typischen Biergeschmack, der dem österreichischen Gaumen sonst so vertraut ist, absolut nicht zu vergleichen. Ein echtes Aha Erlebnis und eine Geschmacksexplosion, die mir sehr positiv in Erinnerung bleiben wird.

Liefmans Kirschbier

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2) Zwettler Pils und 3) Schremser Doppelmalz

Der Lösshof bezieht seine Fassbiere ganz bewusst von den österreichischen „Culturbrauern“, einem Zusammenschluss von 9 Privatbrauereien, die es sich zum Ziel gesetzt haben, hohen Wert auf die regionalen Besonderheiten ihrer Biere und deren individuelle Eigenschaften zu legen. Deshalb durften wir gleich als Nächstes das Zwettler Pils und das Schremser Doppelmalz verkosten. Judith erklärte uns, dass die kräftige Farbe und der süße Geschmack vom dunklen Schremser allein von der stärkeren Röstung des Malzes hervorgerufen werden. Für mich einer der Favoriten des ganzen Abends, voll im Geschmack und mit einer angenehmen Süße zum Abschluss. Das Zwettler Pils ist ein solide gebrautes Bier, dass erst im Abgang seine ganze Kraft so richtig entfaltet. Es besticht vor allem durch seine Milde am Gaumen und die hohe Trinkfreudigkeit.

Zwettler Pils und Schremser Doppelmalz

Dazu wurden immer wieder regionale Snacks serviert, wie zum Beispiel dieser leckere Wagramer Schinken, zu dem selbst gebackenes Brot gereicht wurde.

Wagramer Rohschinken

4) Schremser Roggen Bio Bier und 5) Brauhaus Gusswerk Bio Weizenguss

Das Schremser Roggen Bio ist ein obergäriges Bier mit einem kernigen Abgang. Im direkten Geruchsvergleich mit dem Weizenguss muss es allerdings eine herbe Niederlage einstecken. Das vielfach prämierte Bier aus dem Brauhaus Gusswerk besticht durch eine feine Bananennase und seinen vollmundigen, frischen Geschmack. Ein wirklich gelungenes Bier und eine echte Alternative zu den eher faden Weizenbieren, die man bei uns sonst vorgesetzt bekommt.

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Nur kurz zum Unterschied zwischen ober- und untergärig: Während obergärige Hefe bei Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad arbeitet, benötigt die untergärige Hefe eine deutliche kühlere Umgebung. Untergäriges Bier lässt sich länger lagern und die kühleren Temperaturen beim Herstellungsprozess sind auch der Grund dafür, dass dieses Bier traditionell eher zur kälteren Jahreszeit gebraut wurde.

Danach gab es für Zwischendurch eine willkommene und kreative Abwechslung in Form einer Rinderbouillon und einer Knoblauchcremesuppe, die im Weinglas serviert wurde. Sehr lecker und wirklich raffiniert gemacht.

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6) Mikkeler India Pale Ale und 7) The Porterhouse Brewing Company Oyster Stout

Es wird exotischer! Wir kommen nun zu einem Bier, das sich mittlerweile auch in Österreich größter Beliebtheit erfreut. Das Mikkeler India Pale Ale aus der Aludose von der De Proef Brauerei in Belgien, zeichnet sich durch seinen intensiven Geruch nach tropischen Früchten und eine leichte, angenehme Bitterkeit im Abgang aus. Als ausgemachter IPA Liebhaber für mich der erklärte Sieger des Abends, aber dazu später mehr. Besonders betonen möchte ich dabei auch, dass die Gastgeberin uns noch erklärt hat, wie gut sich die Aludose als Gebinde für Bier eignet, da es, trotz seines unberechtigten schlechten Rufs, dass Bier vor Licht schützt. Das Oyster Stout von der irischen Porterhouse Brewing Company ist ein ganz besonderes obergäriges Bier, da frische Austern mit in den Tank kommen um dem Bier mehr Süße zu verleihen. Ich bin nicht unbedingt ein Stout Fan, aber das Oyster dieser Brauerei aus Dublin konnte mich jedenfalls geschmacklich überzeugen.

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8) Schloss Eggenberg Samichlaus und 9) Anderson Valley Bourbon Barrel Stout

Das alkoholmäßig stärkste Bier des Abends stammte von der oberösterreichischen „Culturbrauerei“ Schloss Eggenberg. Es trägt den klingenden Namen „Samichlaus“, die Schweizer Bezeichnung für den Nikolaus. Es wird, oh Wunder, nur einmal im Jahr, nämlich am Nikolaustag gebraut. Allein schon die Aufmachung war ganz besonders, kam es doch in einer 1 Liter Flasche mit Bügelverschluss daher. Das Bier hat stolze 14 Volumsprozent Alkohol und wurde 4 Jahre im Holzfass gelagert. Es hat einen cremigen Abgang, schon fast likörartig, wohl auf Grund des hohen Alkoholgehalts und konnte so gut wie alle Teilnehmer restlos überzeugen. Ich habe es in Kombination mit einem ausgezeichneten Wildragout verkostet und muss sagen, dass es hat trotz der Intensität des Starkbieres wunderbar harmoniert hat. Das Bourbon Barrel Stout von Anderson Valley  aus Boonville in Kalifornien reift 3 Monate in Bourbon Fässern und verströmt deshalb ein sehr intensives Whiskey Aroma. Ich habe noch nie ein derart spezielles Stout getrunken und bin auch nicht vollkommen begeistert vom Geschmack, obwohl es wirklich etwas völlig anderes ist und ich mir gut vorstellen kann, dass dieses Bier im Land des Bourbon gut ankommt.

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10) Duchesse de Bourgogne

Den krönenden Abschluss unseres feucht-fröhlichen Abends bildete wiederum ein sehr spezielles belgisches Ale. Das Duchesse de Bourgogne ist ein süß-fruchtiges Red Brown Ale mit intensiver Säure und einem sehr frischen Nachgeschmack. Dieses Bier aus der Brauerei Verhaeghe im belgischen Gent reift mehrere Monate im Eichenfass. Dazu wurde uns ein noch warmer und wirklich ganz hervorragender Nussstrudel gereicht.

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Im Anschluss an die Verkostung gab es noch eine kurze Diskussionsrunde, in der sich herausstellte, dass das Samichlaus vom Schloss Eggenberg insgesamt am besten angekommen ist. Durchaus eine Überraschung, wenn man bedenkt, dass es sich dabei um das mit Abstand stärkste Bier der Verkostung handelte. Die probierten Biere stammten fast zur Gänze vom neu eröffneten Beer Lovers Shop aus Wien. Ich möchte mich auf diesem Weg auch noch einmal ganz herzlich bei Judith dafür bedanken, dass sie uns so wunderbar durch den Abend geführt hat. Es war nicht nur eine ganz tolle und extrem spannende Verkostung, sondern auch ein Abend, an dem jeder der Teilnehmer viele neue Informationen über eines unserer liebsten Getränke mit nach Hause nehmen konnte. Ich kann den Lösshof in Großriedenthal nur weiterempfehlen und freue mich schon jetzt auf das nächste Craft Bier Tasting.

Empfehlenswerte Links:

http://www.loesshof.at

http://www.beerlovers.at

http://www.culturbrauer.at

 

Wiener Wirtshausatmosphäre im Lugeck

Den vergangenen Samstagabend habe ich mit Freunden im Lugeck verbracht, das im November 2014 von den Figlmüller Brüdern im 1. Wiener Bezirk eröffnet wurde. Es war mein erster Besuch in einem der 3 Figlmüller Gasthäuser in der Wiener Innenstadt und ich war sehr gespannt, ob dort tatsächlich Wiener Wirtshauskultur in der Form zu bewundern ist, wie es auf der Website beschrieben wird.

Das Lugeck befindet sich im „Regensburger Hof“, einem beeindruckenden Gebäude, ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert, welches allerdings 1896 abgerissen und 1897 neu errichtet wurde. Der ruhmreichen Geschichte des Hauses wurde bei der Ausstattung des Lokals mehr als Genüge getan. Bereits beim Betreten fällt einem auf, dass hier nichts dem Zufall überlassen wurde und alles sorgfältig von Meisterhand geplant und gebaut wurde. Die Einrichtung ist hochwertig, die urigen Holztische und Stühle passen perfekt zum restlichen Interieur. Die Deckenleuchten sind einmalig, da möchte ich gar nicht zu viel vorweg nehmen. Man sollte sich unbedingt selbst ein Bild davon machen. Innen gibt es viel Holz mit einer gehörigen Portion Retro-Charme und die wunderschöne geschwungene Theke, versetzt den Besucher sofort in eine urgemütliche Altwiener Stimmung. Wenn dann auch noch, wie in unserem Fall, der Barmann hinter dem Tresen steht und mit einem weißen Handtuch ein Bierglas poliert, vermittelt das ein authentisches Gefühl erster Klasse. Die Dame am Empfang begrüßte uns umgehend mit einem Lächeln im Gesicht und erkannte ohne große Nachfrage, dass wir zur Gesellschaft im 1. Stock gehören und erklärte uns höflich den Weg. Hinauf über eine außergewöhnlich schöne Holztreppe haben wir dann auch gleich in das eigens für den Geburtstag unseres Freundes reservierte Separee gefunden. Dort ist Platz für fast 30 Personen mit einem beeindruckenden Blick aus großen Glaspanoramafenstern auf den darunterliegenden 1. Bezirk. Zur Atmosphäre innerhalb des Lugeck kann ich eigentlich nur sagen, dass sie kaum besser sein könnte. Ich musste kurz in mich gehen, um mich ausgiebig darüber zu freuen, die Möglichkeit zu haben, meine Freizeit in einem solchen Lokal verbringen zu dürfen.

Die einzige Kellnerin, die für unsere Gruppe von 27 Personen zuständig war, hätte sich allerdings bestimmt etwas mehr Unterstützung von ihren Kolleginnen und Kollegen erhofft. Vielleicht wäre eine Aufstockung des Personals sinnvoll, vor allem, weil wir schon lange im Voraus reserviert hatten und die Größe der Gruppe durchaus bekannt war. Ich möchte definitiv nicht behaupten, dass die Kellnerin unfreundlich oder schlecht gelaunt war, für die große Anzahl an Personen, hat sie ihren Job ordentlich und gewissenhaft erledigt. In einer solch stressigen Situation, ist es bestimmt schwer, neben dem Servieren der zahlreichen Speisen und Getränke, auch noch immer ein Lächeln aufzusetzen. Nachdem ich zunächst ein, übrigens ausgezeichnetes, Hausbier namens „Lugeck Spezial“, von der Ottakringer Brauerei getrunken habe, wollte ich ein Paulaner vom Fass bestellen, worauf ich nur die Information bekommen habe, dass dieses „aus“ sei. Das habe ich für einen Samstagabend relativ schade gefunden. Meine Essensauswahl fiel auf den Lugeck BBQ Burger, von der Spezialitätenkarte. Ein Pulled-Pork Burger mit Coleslaw (Krautsalat) und hausgemachten Fries mit einer selbstgemachten Barbecue Soße. Der Burger war sehr lecker, das Pulled Pork zart und rauchig, wie es sein soll. Der Coleslaw war für meinen Geschmack etwas zu wässrig, aber sehr frisch und aromatisch. Die Fries waren wohl 3-fach frittiert und sehr knusprig. Meine Freunde, großteils Winzer, probierten die Weinkarte rauf und runter und hatten sichtliche Freude, mit der großzügigen Auswahl an verschiedensten Weinen, zu relativ vernünftigen Preisen. Zumindest, wenn man bedenkt, wo man sich befindet, inmitten des ersten Bezirks in einer der schönsten Gegenden unserer Hauptstadt. Fast überflüssig, zu erwähnen, dass sich laut derzeitigem Trend, auch einige „Orange Wines“ auf der Karte befinden, die ebenfalls großes Interesse hervorriefen.

Das Lugeck ist für einen durchschnittlichen Verdiener bestimmt kein Lokal, das man jede Woche besuchen kann, für einen besonderen Anlass ist es allerdings auch preislich recht angemessen, dass Krügerl kostet beispielsweise € 4,10 und mein Pulled Pork Burger kam sogar auf unter € 14,-. Ebenfalls sehr empfehlenswert, ist das Angebot an verschiedenen Steaks, allesamt von der Fleischerei Höllerschmid. Besonders die Hochrippe um € 33,- hat einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen, und dabei spreche ich nicht vom Preis, der, zugegeben, etwas stolz ist. Beim Zahlen wurde uns dann eine Gesamtrechnung präsentiert, was zu allerlei Tumulten innerhalb unserer Gruppe, hinsichtlich der korrekten Aufteilung der zu bezahlenden Einzelbeträge geführt hat. Es wäre wohl besser gewesen, in kleineren Gruppen zu bezahlen, wir haben die Kellnerin aber auch nicht explizit darauf hingewiesen, dass uns diese Zahlungsvariante lieber gewesen wäre. So gesehen war es dann auch eine interessante Erfahrung, eine Rechnung über € 1.000,- zu sehen, denn das habe ich bisher auch noch nie erlebt.

Das Lugeck hält was es verspricht, Wiener Wirtshauskultur auf sehr hohem Niveau, mit ausgezeichneten Speisen und Getränken und einem Ambiente, das zum Verweilen einlädt. Einen Besuch kann ich wärmstens empfehlen, auch ich freue mich jetzt schon wieder darauf, einen kurzen Abstecher im Lugeck zu machen, wenn ich demnächst einmal wieder in unserer wunderschönen Bundeshauptstadt bin.

Mittlerweile veröffentliche ich meine Rezensionen übrigens auch via http://www.restauranttester.at. Wer möchte, kann mich dort gerne abonnieren, meine Beiträge verfolgen, und konstruktive Kritik, ist natürlich ebenfalls erwünscht.

Die Craft Bier Explosion erreicht endlich Wien!

Letzten Samstag war es mal wieder an der Zeit für einen richtigen Männerabend. Und welcher Ort könnte besser dafür geeignet sein, als das Brickmakers in der Zieglergasse? Wiens neue Craft Beer Sensation, erfüllt zumindest auf dem Papier schon einmal alle Erwartungen an einen gelungenen Abend: mehr als 20(!) Biere vom Fass, darunter Craft Bier Sorten von denen man zumeist noch nichts gehört hat und deftiges BBQ nach amerikanischem Vorbild im Smoker slow und lange gegrillt.

Wir haben dann ca. 1 Monat im Voraus einen Tisch für 5 Personen reserviert und konnten es schon gar nicht mehr erwarten, dass Ale & Cider House endlich von innen zu sehen. Obwohl wir dann zu 7 gekommen sind, war das Personal mehr als verständnisvoll, freundlich und hilfsbereit. Besonders unser Kellner hat den gesamten Abend sehr viel Geduld und Humor mit uns bewiesen, da meine Freunde und ich nach ein paar Bier sicher nicht mehr die leisesten und einfachsten Gäste waren. Sofort stand ein zusätzlicher Stuhl an unserem Tisch und, obwohl wir nur bis 22:00 Uhr reserviert hatten, konnten wir bis halb 12 bleiben und das üppige Biersortiment verkosten.

Was einem sofort ins Auge sticht, sind die beiden Tanks an der Decke des Restaurants, aus denen kühles Pilsner Urquell und Ottakringer Wiener Original, direkt in die jeweils dazu passenden Gläser gezapft wird. Fast unnötig zu erwähnen, dass dabei mit so wenig Kohlensäure gearbeitet wird, dass die feinen Hopfen- und Malz Geschmacksnoten besonders stark hervortreten. Wem allerdings € 4,30 für ein Krügerl Bier zu viel sind, dem ist gleich vom Brickmakers abzuraten, denn die beiden Tankbiere für € 3,90 (Wiener Original) bzw. € 4,30 (Pilsner) gehören noch zu den günstigeren Bieren im Lokal.
Dafür bekommt man aber auch etwas geboten, dass man in Wien nur sehr selten und außerhalb unserer Hauptstadt erst gar nicht findet, Craft Bier in allen Varianten und Geschmacksrichtungen. Ob India Pale Ale, American Pale Ale, Stout oder heimische Biersorten vom Fass wie Schremser Roggen. Für jeden, der sein Bier nicht am liebsten im Supermarkt an der Ecke im Angebot kauft, ist garantiert etwas dabei.

Besonders hervorheben möchte ich dabei das Foundation II von Crew Republic, einer Münchner Craft Bier Brauerei, die es gelinde gesagt zu Wege bringt, dass jedes ihrer Biere einfach fantastisch und einzigartig schmeckt. Die etwas kühle und fast schon steril wirkende Inneneinrichtung mit den weißen Kacheln an den Wänden und am Fussboden erzeugt eine Atmosphäre, die ein bisschen an einen Metzger erinnert. Unterbrochen wird das von den dunklen Holzbänken, die abgetrennte Bereiche markieren, welche durch Wände mit weißen Vorhängen verziert sind. Ein einzigartiges Erlebnis, das man wahrscheinlich erst dann so richtig erfassen kann, wenn man schon einmal selbst dort gewesen ist. Anders als in vielen Wiener Pubs hat man dadurch die Möglichkeit, ungestörte Unterhaltungen zu führen, die nicht durch einen unerträglich hohen Lärmpegel erschwert werden.

Die Essensauswahl bereitete mir dann einige Schwierigkeiten, weil es so viele Gerichte auf der Karte gab, die ich unbedingt ausprobieren wollte. Ich habe mich dann für das 12 Stunden gesmokte Pulled Pork entschieden, standesgemäß mit Mac and Cheese und scharfen Brussel Sprouts als Beilage und wenn ich jetzt daran denke, läuft mir noch immer das Wasser im Mund zusammen. Das Fleisch war wahnsinnig zart und aromatisch, die Makkaroni mit Käse waren genauso, wie ich sie mir an amerikanischen Dinnertischen vorstelle, wenn die ganze Familie um den Tisch sitzt und gemeinsam Football schaut.

Meine Freunde haben die Pork-Ribs und das Beef Brisket gegessen. Da ich freundlicherweise kosten durfte, kann ich sagen, dass auch diese Speisen hervorragend zubereitet waren und wirklich gut geschmeckt haben. Die Ribs waren für meinen Geschmack allerdings etwas zu trocken. Zu den Speisen wurde jeweils ein roter Coleslaw auf dem Teller gereicht, der ein leichtes Anisaroma versprühte.

Zusammenfassend darf ich sagen, dass im Brickmakers wirklich an fast alles gedacht wurde und dadurch eigentlich keine Wünsche offen bleiben. Für Liebhaber von Craft Bier, dessen Fangemeinde ja von Tag zu Tag größer wird, ist es ein absolutes Muss. Ich habe in meinem Leben noch nie eine bessere Bierkarte vorgefunden und die Latte liegt auch verdammt hoch, wenn jemand dieses Sortiment überbieten möchte. Auch dem (in Österreich neuen) Modetrend des Grillens mit dem Smoker wird hier Rechnung getragen. Sogar ein Pastrami Sandwich befindet sich auf der Karte, welches ich bestimmt bei einem meiner nächsten und hoffentlich zahlreichen Besuche einmal probieren werde.

Pflichtprogramm beim Prag Besuch

Das „U Fleku“ ist ein ganz typisches Touristenlokal in Prag und das meine ich so positiv, wie es überhaupt nur geht. Mag sein, dass sich die Einheimischen nicht mehr dort hin verirren, aber jeder Prag Besucher sollte einmal dort gewesen sein.

Die Kellner mögen zwar nicht unbedingt den freundlichsten Eindruck machen, dafür finde ich es aber umso sympathischer, dass sie nicht versuchen mit einem künstlich aufgesetzten Lächeln bei den Gästen zu punkten. Bleibenden Eindruck hinterlassen sie vielmehr durch den raschen und professionellen Service und die vielen verschiedenen Fremdsprachen, die sie beherrschen. Alleine an unserem Tisch waren Italiener, Brasilianer und wir Österreicher und sie konnten sich mit allen problemlos in deren Sprache unterhalten.

Das Essen war maximal 5 Minuten nachdem wir es bestellten auf dem Tisch und gehört mit zu der besten tschechischen Hausmannskost, die wir in Prag gegessen haben. Ein ganz besonderes Erlebnis war das hauseigene dunkle Bier, mit einem kräftigen, fast karamellartigen Malzaroma und einer Süffigkeit, die einen am liebsten den gesamten Abend weiter trinken lassen würde. Im U Fleku braucht man sich ohnehin nicht die Mühe machen ein Getränk zu bestellen, sobald das Bier nur noch 1/4 voll ist, stellt der Kellner, der mit dem Tablett den ganzen Abend seine Runde macht, schon das nächste Bier auf den Tisch.

Das der andere Kellner, der das gleiche mit Schnaps macht, ein bisschen aufdringlich ist, lasse ich einmal so stehen. Wenn man aber wirklich keinen Schnaps trinken möchte, dann versteht er das und gibt nach dem zweiten bis dritten Mal nachfragen auf. Ein netter, älterer Mann mit lustigem Karoanzug und einem Akkordeon sorgte für fleißig Stimmung unter den Gästen. Obwohl wir an einem Dienstagabend dort waren, war das Lokal gut gefüllt und Gäste aus aller Welt fanden zusammen und die tolle Atmosphäre zu genießen.

Ich habe absolut kein Problem damit, in einer typischen Touristenabsteige zu landen, wenn der Service, das Essen, das Bier und die Gastfreundschaft so ausfällt, wie im „U Fleku“. Ein Pflichtbesuch für mich, wenn man die wunderschöne Stadt Prag besucht. Abschließend hat uns der Kellner nach kurzer Nachfrage auch noch ein Taxi bestellt, das innerhalb von nicht einmal 5 Minuten da war. Nachdem wir zuvor im „Goldenen Tiger“ die größte Enttäuschung unserer  Reise erlebten, hat uns dieser Besuch im „U Fleku“ den Abend gerettet und wir sind mit einem guten Gefühl in unser Hotel zurück gefahren.